Wer kennt sie, diese mir seit Jahren unverständliche Anleitung aus burda für gefütterte Trägeroberteile?
Ich denke, ich bin nicht die einzige, die mit dieser Anleitung so ihre liebe Not hat, denn es gibt einige Tutorials im www, die sich mit dieser Problematik beschäftigen. Unter anderem gibt es bei
Miss Magerite einen Link unter „Tolle Tipps“ und auch bei
Bopalena gibt es Bilder dazu.
Doch wer wie ich, ein richtiger Kochlöffelphobiker ist, reagiert irrational. Alles was mit ungenähten Schulternähten und Armausschnittsnähten, die zwei cm davor enden, einhergeht wird sofort mit dem gefürchteten Kochlöffel in Verbindung gebracht und kann nicht verstandesmäßig gelesen und umgesetzt werden.
Daher brauche ich für das Problemfeld gefüttertes Trägeroberteil einen anderen Ansatz.
Die Methode, die ich euch vorstellen möchte, wahrscheinlich kennt ihr sie schon alle, dann lest bitte großmütig darüber hinweg, kommt ohne offene Schulternähte und Kochlöffel aus.
ABER: Der Einsatzbereich ist leider begrenzt. Die Methode ist nur geeignet bei Oberteilen mit mindestens einer Mittelnaht oder einem Reißverschluss an dieser Naht. Im Beispiel die rückwärtige Mittelnaht.
Nun aber los:
Zunächst Abnäher, seitliche Teilungsnähte u.s.w. an Vorder- und Rückenteilen nähen.
Zur Anprobe Schulter- und Seitennähte heften.
Ich mache das mit der Nähmaschine.
Änderungen wenn nötig vornehmen.
Mir hilft dabei meine Büste, die Maße stimmen einigermaßen mit meinen überein und ich kann an der Puppe viel leichter sehen und stecken was zu korrigieren ist.
Schulternähte schließen. Mit dem Futter ebenso verfahren.
Oberstoff und Futter rechts auf rechts aufeinander legen und die Halsausschnittskanten bis 3cm vor die rückwärtige Mitte aufeinander nähen.
Nahtzugaben (NZG) zurück- und einschneiden.
Das geht ganz fix mit einer Zackenschere.
Die NZG auf die Futterseite legen und knappkantig feststeppen.
Nun die Armausschnittskanten rechts auf rechts aufeinander legen und nähen.
NZG wieder zurück- und einschneiden.
Die beiden halben Teile (Rückteile) werden jetzt durch die Träger auf rechts gewendet.
Bei den Armausschnitten die NZG auf die Futterteile legen und knappkantig, so weit wie möglich, feststeppen.
Die Seitennähte von Oberstoff und Futter in einem Rutsch nähen. (Bei seitlichem Reißverschluss, Schlitz belassen)
Nun kann das Rockteil angenäht werden. (Naht)Reißverschluss einnähen, (bei seitlichem Reißverschluss rückwärtige Mittelnaht nähen) letzten Teil der Halsausschnittsnaht nähen, Futter befestigen.
Säumen.
Fertig!
Und wo kommt bei mir ein Kochlöffel zum Einsatz?
Na hier:
Und um beim Thema zu bleiben habe ich beim Nähen „Der Koch“ von Martin Suter gehört.
Den Kleiderschnitt habe ich
hier schon mal vorgestellt und der Stoff ist vom SSV bei Stoff & Stil (2m).
Julia